• Herbstlager 2010

Unser Waldjugend-Herbstlager zwischen Waldrand und Ostseeufer.

Wir waren zu Gast auf dem Hof Norderlück, einem ökologischen Schulbauernhof in Steinberghaff an der Ostsee, in der Nähe von Flensburg. Hier hatten wir unsere Jurte und Kothe auf einer Wiese am Mäusewald aufgeschlagen und unser Waldjugend-Lager eingerichtet. Hier konnten wir unter uns sein, unser Lagerfeuer in der Jurte zelebrieren, morgens mit dem Waldhorn den neuen Tag begrüßen und gemeinsam unsere Aktivitäten planen – täglich aufs Neue. Dazu gehörten auch die pädagogischen Programme des Hofes, wie beispielsweise der Stalldienst, die Apfelernte auf der Streuobstwiese oder die Futterrübenernte auf dem Feld, aber auch kleinere Forsteinsätze gehörten zu unseren Aufgaben. In dieser Kombination war das Herbstlager ein ganz tolles Erlebnis mit vielen schönen, aber auch anstrengenden Erlebnissen - wir sind alle um einige Erfahrungen und viele Fotos reicher. Schaut selbst...

 

Willkommen in Steinberghaff auf Hof Norderlück. Dieser Ort war für eine Woche unser zu Hause, hier haben wir unsere Zelte aufgeschlagen.
 

Zelte, das waren in unserem Fall eine große Gemeinschaftsjurte, in der ebenso wie in den beiden kleineren Kothen übernachtet wurde.
 
 

Mit Hilfe von langen Rundhölzern und mit vereinten Kräften wurden die Kothen aufgebaut. Kein Meisterwerk, aber sie haben immerhin dem starken Herbststurm Stand gehalten.
 

An dem Aufbau der Jurte haben wir deutlich länger gearbeitet, aber auch das war nach gut 2 Stunden erledigt – Dank der guten Vorbereitung in Hamburg und dem testweisen Aufbau der Jurte am Familientag.
 

Dann galt es erst einmal ausreichend (Tod-)Holz zu sammeln und für das Lagerfeuer in der Jurte in kleine Spalten zu hacken.
 

Unglaublich, welche Mengen Holz man täglich braucht, wenn das Feuer rund um die Uhr brennt. Alle zwei Stunden wechselte sich die Nachtwache ab und passte auf das Lagerfeuer im Zelt auf. Da muss man eben ausreichend Feuerholz vorsorgen und sich täglich um Nachschub bemühen.
 

Der Hof Norderlück ist ein ökologischer Schulbauernhof in der Nähe von Flensburg. Direkt am Meer gelegen, mit großen Länderein und einem kleinen Wäldchen. Hier setzt man total auf ökologische Landwirtschaft und Nachhaltigkeit und das passte natürlich gut zur Waldjugend Hamburg.
 

Von den Mitarbeitern des Hofes haben wir viel über die Landwirschaft gelernt. Wir haben auch viel helfen dürfen, zum Beispiel unser Einsatz auf der Streuobstwiese bei der Apfelernte. Die leckeren Äpfel haben wir übrigens zu einem super Apfelmus verarbeitet, ganz ohne Zucker und trotzdem war das Mus total süß. Echt lecker!
 

Auf dem Hof Norderlück gibt es auch einen riesigen Kräutergarten, toll, wenn einem das alles so anschaulich erklärt wird und wenn man alle Kräuter direkt probieren kann. Nichts mit Kräutern aus der Tiefkühltrühe - hier wird alles frisch geerntet und immer nur so viel, wie gerade gebraucht wird.
 

Auf dem Hof wohnen auch Fee, Bosse, Merle, Paula und Luna – fünf gar nicht zickige Ziegen. Ihre Versorgung gehörte zum Teil auch mit zu unseren Aufgaben.
 

Wir durften auch die Geburt von Kälbchen Peggy mit erleben. Total aufregend, denn Peggy lag in der Steißlage und man hatte schon mit einer Totgeburt gerechnet. Aber alles ist gut gegangen, Peggy ist wohl auf und wir um ein absolut aufregendes Erlebnis reicher.
 

Mit Michael vom Hof Norderlück durften wir einen Ausflug in das nahe gelegene Vogelschutzgebiet unternehmen. Ein von uns wenig spannend vermuteter Ausflug wurde zu einem ganz besonderen Erlebnis des Herbstlagers. Michael ist ein begeisterter Vogelkenner (Ornitologe) und konnte so unglaublich eindrucksvoll berichten – vielen, vielen Dank Michael!

Bisher kaum gesehene Vogelmassen überraschten uns. Ein wirkliches Naturschauspiel, wenn eine große Menge sich gleichzeitig in die Lüfte schwingt.

Wär hätte gedacht, dass man diesen Tieren stundenlang seelenruhig zuschauen kann. Und mit dem Fernglas sieht man dann auch noch viele Details, die das bloße Augen in der Entfernung nicht mehr erfassen kann, z.B. wie ein Vogel dem anderen im Flug die Beute aus dem Schnabel klaut.

Pause – ganz schön lange Wege muss man hier zurücklegen. Da gilt es die Kräfte richtig einzuteilen und sich auch mal kurz auszuruhen – die Stadtmenschen sind ja nicht so viel gewohnt

Es gab aber auch schon auf dem Weg vom Lagerplatz in das Vogelschutzgebiet viel zu sehen: zum Beispiel prächtige Rinderherden und viele Pferde.

Pferde, so weit das Auge reicht. Ponys um genau zu sein. Unglaublich viele und unglaublich schön anzusehen.

Manchmal muss man aber auch ganz genau hinschauen, dann entdeckt man die Besonderheiten. Ein Buntspecht direkt vor unserer Nase, aber dennoch kaum zu sehen. Und eine Spinne, die sich vor dem strahlend blauen Himmel wundervoll absetzt.

Auch der Ausflug mit Gerhard vom Hof Norderlück war ein tolles Erlebnis. Fossiliensuche am Strand. Echt spannend, aber eine ganz schön langwierige Suche. Und so manch einer findet dann nicht einmal etwas - aber einige von uns hatten Glück und die Ausdauer wurde belohnt.

Man muss schon ganz genau hinschauen und eine Lupe zu Hilfe nehmen, sonst entgehen einem die wertvollen Funde.

Noch ein seltenes Fundstück. Kein Fossil, aber was nicht ist, kann ja noch werden - in einigen Millionen Jahren.

Vor lauter Ausflügen, Arbeiten auf dem Hof und im Wald hätten wir fast die Lagerfahne vergessen, die musste natürlich auch noch gemalt werden. Zum obligatorischen Lagerfoto mit Fahne ist es dann aber nicht mehr gekommen - das wird beim nächsten Lager nachgeholt, versprochen!

Die Landschaft rund um den Hof Norderlück ist abwechslungsreich und sehr, sehr schön. Offenes Meer, Strand, Felder und Wälder – und sogar eine alte Windmühle.

Nach langen Wanderungen waren wir dann echt froh, wenn wir unsere Füße ans Feuer halten konnten

Nein, das Hof-Huhn kam natürlich nicht in den Suppentopf. Es gab einen rein vegetarischen Gemüseeintopf, und weil alle so hungrig waren, hat die Menge für 16 Personen kaum für die tatsächlichen 10 Personen gereicht.

Und nach einer Woche heißt es dann wieder Abschied nehmen. Müde und kaputt, aber total zufrieden über das Erlebte und die vielen schönen gemeinsamen Erlebnisse fahren wir wieder zurück nach Hamburg. Nicht ohne DANKE zu sagen an eine ganz, ganz liebe Manschaft vom Hof Norderlück. Wir kommen gerne wieder, wenn wir dürfen, es war toll bei Euch!